Erstellt von Uli Eisner (Autor) am 1. September 2009
In diesem Raum hatte ich vergangene Woche das zweifelhafte Vergnügen, auf einer Hochzeitsfeier mal wieder StreetLIVE zu mischen. Das ist der Mars-Venus-Saal im bayrischen Nationalmuseum (München), den kann man anmieten – so man es sich leisten kann.
Ich denke, man muss kein praktizierender Tonmeister sein, um bereits auf dem Foto zu erkennen: das Ding hat nicht nur eine gewisse Ähnlichkeit mit einer alten Kirche – es wird dort wohl auch so ähnlich klingen. Da nutzen auch die paar Vorhängelchen nix.
So war es dann auch. Wenige Takte (unverstärktes) Schlagzeug reichten aus, um eine Assoziation zu einem heftigen Unwetter herzustellen. Dazu eine massive stehende Welle bei 50 Hz die trotz Eliminierung auf PA- und Monitor-EQs (50 Hz -15 dB!) nicht wirklich in den Griff zu bekommen war. StreetLIVE ist ja auch dafür bekannt, ordentlich Rambo-Zambo zu machen, deshalb bucht man die Truppe ja.
Dass es dann trotz Beschränkung auf Vocals und ansonsten lediglich minimalste Anteile der Backline auf der PA einigen Leuten zu laut würde, war zu erwarten und kam dann auch so. Dass es in solch einem Raum praktisch unmöglich ist, etwas zu fabrizieren, das den Namen Sound-Qualität verdient, lasse ich mal dahingestellt. Job kann man so was nicht nennen, eher schon “Mein Kampf”. Und zwar gegen die Akustik und gegen die vielen “Besucher” am Pult – siehe auch Der Mischplatz – ein Infostand? Ich vermute, wenn man einigen Leuten weissmachen würde, so ein Mischpult kann auch die Schwerkraft aufheben, würden sie das auch glauben – Technik kann doch heute alles, da kann doch so ein bisschen Akustik kein Problem sein.
So weit – so gut. Der Auftraggeber wollte richtig Party haben und war im Vorfeld von mir und der ausführenden Event-Agentur gewarnt worden. Stellt sich die Frage, weshalb wider besseres Wissen so ein Raum angemietet wird. Nur um dufte zu sein? Wenn ich ein Fussball-Match austragen will, dann gehe ich doch nicht in eine Schwimmhalle!
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Erstellt von Uli Eisner (Autor) am 27. August 2009
Wenn ich ein Konzert mische, brauche ich meine Ohren und volle Konzentration.
Vielen Leuten ist das offensichtlich nicht klar. Offensichtlich glauben sie, man stehe nur da um aufzupassen, dass die teuren Geräte nicht herunterfallen, so einen kann man ja locker mal anquatschen.
Entspricht die Reaktion des Mischers nicht den Erwartungen, drängen sich ganz Hartnäckige auch gerne mal zwischen Mischperson und Mischpult um so ihrem Anliegen den nötigen Nachdruck zu verleihen. Christian Tepfer hat in seinem Artikel “Mischer bei der Arbeit” dafür ein hervorragendes Bild gefunden:
… bitte niemals … einen mischenden Tonmann ansprechen. Es ist im Prinzip so, als wenn man einem Busfahrer vor den Augen rumwedelt.
Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Ausser vielleicht: Ich liebe weiträumige Absperrungen um den Mischplatz, vorzugsweise mit einem oder mehreren bulligen Security-Leuten innerhalb…
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Erstellt von Uli Eisner (Autor) am 26. August 2009
Wenn ich mich so durch die diversen Musiker- und Recording-Boards klicke, stolpere ich immer wieder über die Frage nach geeigneten Büchern, um das Mischen zu lernen.
Da wird dann diskutiert, welches das beste sei, es wird kritisiert, das dieses oder jenes Buch (meines z.B.) nicht genug in die Tiefe ginge, ein anderes sei zu abgehoben, weil dessen Empfehlungen für Homerecorder nicht bezahlbar – die Liste könnte ich endlos fortsetzen.
Mensch Leute, glaubt Ihr wirklich, dass Ihr durch diesen Theorie-Ballast bessere Soundmischer werdet? Haben sich ein Bruce Swedien oder ein Bob Clearmountain ihren Status durch das Lesen von Büchern erarbeitet? Wohl kaum!
Das A und O ist und bleibt die Gehörschulung. Und zwar lange bevor man anfängt, teures Zeug zu kaufen. Ein edler Channelstrip nebst exquisitem Mikro in einem schalltoten Raum beschert Euch ganz sicher tontechnisch hervorragende Gesangsaufnahmen. Nur, wenn Ihr anschliessend den Mix verkackt, wird das keinem weiter auffallen!
Genaues Hinhören und Analysieren muss man trainieren – das kann Euch kein Buch und auch keine Schule vermitteln. Das geht auch nicht von heute auf morgen. Erst wenn ich wirklich hören kann, was ein Kompressor tut, kann ich ihn auch sinnvoll einsetzen. Dann erübrigen sich auch die Anfragen an Uli Eisner, wie denn Attack und Release einzustellen sind – man hört es und trifft entsprechende Entscheidungen.
Natürlich kann ich aus Büchern beispielsweise etwas über Maskierung (Verdeckungseffekt) lernen bzw. erfahren, dass es das gibt und folglich meinen Focus darauf richten. Wie sich das aber anhört und -fühlt und was ich dagegen tun kann, kann ich nur durch die praktische Arbeit erfahren. Ich muss nämlich lernen, dass ich jetzt nur noch mit extreme-EQing oder Änderung des musikalischen Arrangements weiterkomme. Und diese Erfahrung geht allemal tiefer als jede noch so ausführliche theoretische Abhandlung zum Thema. Kein Mensch hat je das Fahrradfahren durch das Lesen einer Beschreibung erlernt!
Letztendlich hilft nur eines: Learning by doing!
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Erstellt von Uli Eisner (Autor) am 25. August 2009
Wir gurken ja mit Vincent Rocks quer durch die Republik, aber zu Hause sieht man uns eher selten. Naja – der Prophet im eigenen Lande…
Hier gibt es nun Abhilfe: Wir haben das Metropolis angemietet und uns mit Lennart vs Patrick Ganster zusammengetan, denn gemeinsam sind wir unausstehlich!
Dort werden wir in Eigenregie eine Rock-Sause alter Schule veranstalten. Eröffnet wird der Abend von Lennart vs Patrick Ganster mit ihrem Programm The Golden Cage. Danach werden Vincent Rocks mit einer eigenwilligen Mischung aus Rock, abgedrehten Covers und Klassik den Saal rocken. Wer danach die Schnauze immer noch nicht voll hat, wird zu guter Letzt von mir noch aus der Konserve im Stile meiner Hippie-Trail-Events bedient. Und das ganze Paket gibt´s für lächerliche 13 Mücken! Also – gleich mal vormerken und ins Outlook eintragen:
Donnerstag, 15.10.2009, 20:00
Metropolis in der Kultfabrik
München, Grafinger Str. 6
Tontechnisch wird der Abend komplett von mir betreut, wir benutzen PA und Monitoring vor Ort, bringen aber unseren eigenen Mischplatz mit und werden vermutlich auch den Abend auf 24 Spuren aufnehmen. Ich werde zu gegebener Zeit hier noch ausführlicher darüber berichten.
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Erstellt von Uli Eisner (Autor) am 25. August 2009
Nachdem mein Buch “Mixing Workshop” nun schon einige Jahre auf dem Buckel hat, wurde es wohl Zeit, dass mal was passiert. Schliesslich ging es dort bisher vornehmlich um Analogtechnik. Zwischenzeitlich haben sich aber doch so einige Medien, mit denen wir aufnehmen, mischen und beschallen geändert.
Uli Hoppert, seines Zeichens ebenfalls Tonfuzzi aus Köln, hat sich das Buch zur Brust genommen und überarbeitet. Somit wird in der zukunftigen Ausgabe auch modernen Produktions-Methoden zu ihrem Recht verholfen.
Und er hat den “Ton” des Buchs dabei so gut getroffen, dass vermutlich nur Hardcore-Fans überhaupt bemerken werden, welche Passagen von mir und welche von ihm sind!
Erscheinen soll diese neue Version (laut Verlag) nun endlich zum Jahresende.
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