Guter Sound durch Bücher?
Erstellt von Uli Eisner (Autor) am Mittwoch 26. August 2009
Wenn ich mich so durch die diversen Musiker- und Recording-Boards klicke, stolpere ich immer wieder über die Frage nach geeigneten Büchern, um das Mischen zu lernen.
Da wird dann diskutiert, welches das beste sei, es wird kritisiert, das dieses oder jenes Buch (meines z.B.) nicht genug in die Tiefe ginge, ein anderes sei zu abgehoben, weil dessen Empfehlungen für Homerecorder nicht bezahlbar – die Liste könnte ich endlos fortsetzen.
Mensch Leute, glaubt Ihr wirklich, dass Ihr durch diesen Theorie-Ballast bessere Soundmischer werdet? Haben sich ein Bruce Swedien oder ein Bob Clearmountain ihren Status durch das Lesen von Büchern erarbeitet? Wohl kaum!
Das A und O ist und bleibt die Gehörschulung. Und zwar lange bevor man anfängt, teures Zeug zu kaufen. Ein edler Channelstrip nebst exquisitem Mikro in einem schalltoten Raum beschert Euch ganz sicher tontechnisch hervorragende Gesangsaufnahmen. Nur, wenn Ihr anschliessend den Mix verkackt, wird das keinem weiter auffallen!
Genaues Hinhören und Analysieren muss man trainieren – das kann Euch kein Buch und auch keine Schule vermitteln. Das geht auch nicht von heute auf morgen. Erst wenn ich wirklich hören kann, was ein Kompressor tut, kann ich ihn auch sinnvoll einsetzen. Dann erübrigen sich auch die Anfragen an Uli Eisner, wie denn Attack und Release einzustellen sind – man hört es und trifft entsprechende Entscheidungen.
Natürlich kann ich aus Büchern beispielsweise etwas über Maskierung (Verdeckungseffekt) lernen bzw. erfahren, dass es das gibt und folglich meinen Focus darauf richten. Wie sich das aber anhört und -fühlt und was ich dagegen tun kann, kann ich nur durch die praktische Arbeit erfahren. Ich muss nämlich lernen, dass ich jetzt nur noch mit extreme-EQing oder Änderung des musikalischen Arrangements weiterkomme. Und diese Erfahrung geht allemal tiefer als jede noch so ausführliche theoretische Abhandlung zum Thema. Kein Mensch hat je das Fahrradfahren durch das Lesen einer Beschreibung erlernt!
Letztendlich hilft nur eines: Learning by doing!

Dienstag 1. September 2009 um 01:07
Ich hatte das Glück bei einem der Verfasser eines solchen Buches in die Lehre gehen zu dürfen.
Nämlich bei Master Eisner himself.
Alles was ich weiß, hat er mir beigebracht.
Natürlich las ich sein Buch, und auch viele Jahre Artikel in den Zeitschriften Soundcheck, Keyboards…, aber das Arbeiten “am lebenden Objekt” macht den Unterschied.
So wenig Theorie wie nötig, so viel Praxis wie möglich.
Und ein gutes Ohr und viel Verständnis für den richtigen Ton sollte man mitbringen.
Ich hoffe der Lehrer ist mit seinem alten Schüler zufrieden, denn mittlerweile mische und produziere ich auch seit 7 Jahren selbst meine Songs (www.lennart-music.com).
Aber MAstern und Live abbilden leasse ich es immer nur den alten Meister selbst!!
Dienstag 1. September 2009 um 13:23
So wünscht man sich seine Schüler: sie reden dem Meister nach dem Munde und loben ihn über den grünen Klee